Museum für Kommunikation Berlin zeigt Begleitausstellung zur gleichnamigen Installation der rekonstruierten Bethlehemskirche

Die Bethlehemskirche wurde um 1735 für evangelische Glaubensflüchtlinge aus Böhmen, die sich am Rand der Friedrichstadt ansiedelten, errichtet. Bis sie 1943 bei Bombenangriffen stark beschädigt wurde, war sie das Zentrum des böhmischen Lebens in Berlin. 1963 wurde sie abgerissen und eine ihrer Seitenmauern in die Grenzanlage Checkpoint Charlie integriert. Heute markiert ein Bodenmosaik auf dem Bethlehemkirchplatz an der Mauerstraße/Ecke Krausenstraße den Grundriss des früheren Bauwerks.
Mit „Memoria Urbana“ bringt Juan Garaizabal die Bethlehemskirche an ihren ursprünglichen Standort in Berlin-Mitte und damit auch in unser Gedächtnis zurück. Die 30 Meter hohe Installation aus Stahl und Licht des spanischen Konzeptkünstlers erinnert an die freundschaftlichen Beziehungen Preußens zu den böhmischen Einwanderern. Vom 27. Juni bis zum 19. August 2012 zeigt die Begleitausstellung „Memoria Urbana. Die Rekonstruktion der Bethlehemskirche“ im Museum für Kommunikation Berlin Teile der umfangreichen Recherchen und Vorarbeiten Garaizabals. Neben zahlreichen Entwürfen, Modellen und Skizzen zur Entstehung der Stahl-Licht-Skulptur wird anhand von historischen Fotografien die Geschichte dieses verschwundenen Denkmals greifbar.
Die Rekonstruktion der Bethlehemskirche ist Teil des internationalen Projektes „Memorias Urbanas“. Mit diesem visualisiert Juan Garaizabal (*1971 in Madrid) nicht mehr existierende, historisch bedeutende Gebäude, darunter auch den Tuilerienpalast (Paris), die Alte London Bridge (London) und die St. Nicholas-Kirche (New York).
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