Schwarzer Einser

Am 1.11.1849 gab das Königreich Bayern als erstes deutsches Land eigene Briefmarken heraus. Vier Jahre hatte es von den ersten Überlegungen bis zur Realisierung gedauert. Auf der Grundlage eines Entwurfs des Banknotengraveurs Peter Haseney, und vom Münchner Buchdrucker Johann Georg Weiss gedruckt, hatte die Marke ein schlichtes Äußeres mit einer zentralen, reich verzierten Wertziffer, die den Fälschern das Leben schwer machen sollte.

Diese Ein-Kreuzer-Marke wurde wegen ihrer schwarzen Druckfarbe schnell als „Schwarzer Einser“ berühmt. Da die ebenfalls schwarzen Entwertungsstempel auf ihr jedoch schlecht zu erkennen waren, wurde bald die Farbe gewechselt: Seit Juli 1850 wurde die Marke in Rosa gedruckt. Die Ein-Kreuzer-Marke war für Orts- oder Streifbandsendungen bestimmt, und obwohl sie nicht unbedingt selten ist, blieb sie doch für viele Philatelisten ein schwer erreichbarer Traum.

Ebenso wie die anderen „altdeutschen Länder“ ist auch das Königreich Bayern im Archiv für Philatelie gut dokumentiert. Zu den Highlights gehört ein fast kompletter halber Schalterbogen des „Schwarzen Einsers" sowie ein Brief mit einem Sechserblock dieser Marke. Dieser sogenannte „Eichstätt-Brief“ (benannt nach seiner Adresse und seinem Fundort) gehört zu den größten Kostbarkeiten der deutschen Philatelie.

Ansprechpartner: Dr. Andreas Hahn, Archiv für Philatelie Bonn,
Telefon: +49 (0)228 185 150, E-Mail: a.hahn*mspt.de

Eichstätt-Brief" mit dem einzig bekannten Sechserblock des „Schwarzen Einsers"

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„Schwarzer Einser": 1-Kreuzer Freimarke des Königreichs Bayern, 1849; Bayern MiNr. 1, 2.2001.2093