Der „Hockende Hund“ ist eine Ikone des Telefondesigns: 1929 präsentierte Siemens ein Telefon in radikal neuer Formensprache. Gehäuse und Telefonhörer sind verschmolzen; der Apparat aus schwarzem Bakelit mit kontrastierender weißer Wählscheibe ist nur wenig größer als die damals üblichen Telefonhörer. Das markante Design des Telefons, das offiziell die Bezeichnung „Modell 29“ trug, führte zum Spitznamen „Hockender Hund“ oder „Schinkenknochen“.
Auch bei anderen Telefonherstellern gab es in den 1920er Jahren Entwürfe, die sich von den traditionellen Gehäuseformen der älteren Standardapparate abgrenzten. So brachte die Firma Mix und Genest 1924 das Modell „Formschöner“ auf den Markt, und der Frankfurter Telefonhersteller Fuld initiierte 1927 einen Gestalterwettbewerb, aus dem das spätere Modell „Frankfurt“ hervorging – ein Apparat, dessen Formgebung an die zeitgenössischen Bauhaus-Entwürfe erinnert.
Während Design auf dem Markt für private Nebenstellenapparate eine wichtige Rolle spielte, erweiterte die Bundespost ihre Modellpalette erst in den 1980er Jahren. Ob schnurloses oder Kompakttelefon, „Micky Maus“ oder „Tel 2001“ von Porsche Design – noch vor der Freigabe des Endgerätemarktes gab es nun Alternativen zum einheitlichen Standardapparat.
Ansprechpartnerin: Lioba Nägele, Museum für Kommunikation Frankfurt,
Telefon: +49 (0)6104 49 77 230, E-Mail: l.naegele*mspt.de
