„Klappenschränke“ heißen die ältesten Vermittlungsschränke nach den markanten Anrufklappen, die dem Bedienpersonal signalisierten, wer eine Telefonverbindung wünschte. Als 1881 die ersten städtischen Telefonnetze eröffnet wurden, standen noch männliche Beamte vor den Schränken, um die Verbindungen herzustellen. Doch ab den 1890er Jahren saß das „Fräulein vom Amt“ in der Telefonzentrale. Die Vermittlungstätigkeit wurde zu einem typischen Frauenberuf.
Der Bestand von 110 Vermittlungsschränken bietet einen kompletten Überblick über rund hundert Jahre Entwicklung der Handvermittlungstechnik: Die ältesten Klappenschränke stammen von 1881, die jüngsten Vermittlungsplätze aus den 1980er Jahren. Denn obwohl die Reichspost schon 1908 das erste Ortsnetz automatisierte, dauerte es noch fast sechzig Jahre, bis das letzte Ortsamt von Handvermittlung auf Selbstwähldienst umgestellt wurde. Im internationalen Fernverkehr gab es noch bis in die 1980er Jahre handvermittelte Telefongespräche.
Die Sammlung von Vermittlungsschränken aus den Orts- und Fernämtern der Post in verschiedenen Größen und Ausbaustufen wird ergänzt und erweitert durch handbediente Vermittlungszentralen für private Nebenstellenanlagen.
Ansprechpartnerin: Lioba Nägele, Museum für Kommunikation Frankfurt,
Telefon: +49 (0)6104 49 77 230, E-Mail: l.naegele*mspt.de
