Sammlungsgeschichte

Die Museumsstiftung Post und Telekommunikation besitzt weltweit die umfangreichste erschlossene Sammlung von deutschen Feldpostbriefen. Feldpostbriefe gehörten bereits zu den ersten Sammlungsstücken des 1872 von Generalpostdirektor Heinrich Stephan gegründeten Reichspostmuseums, des ersten Postmuseums der Welt.
Der Schwerpunkt lag jedoch auf der postgeschichtlichen und philatelistischen Dokumentation der Beförderungsvermerke Aufschrift, Stempel und Briefmarke.

Erst mit der Wiedereröffnung des Berliner Postmuseums als Museum für Kommunikation im Jahr 2000 erlangte die Feldpost einen neuen Stellenwert, indem einerseits die Institution kultur- und kommunikationsgeschichtlich kontextualisiert und andererseits auf die Kommunikationsinhalte der Briefe eingegangen wurde. In der Dauerausstellung des Berliner Museums wird Feldpost in zwei großen Bereichen thematisiert.

In der Ausstellungseinheit „Krieg und Medien“ belegen und illustrieren Feldpostdokumente die inhaltlichen Aussagen, dass Medien Waffen sind. Im Sammlungssaal „Brief- und Schreibkultur“ sind Feldpostbriefe und -karten als historische Quelle zum Thema Zensur und Selbstzensur sowie Kriegsalltag ausgestellt.
Der Wandel vom Postmuseum hin zum Kommunikationsmuseum bedeutete einen Paradigmenwechsel hinsichtlich des Umgangs mit den Sammlungs- und Ausstellungsobjekten Brief und Postkarte. Seit dieser Zeit stehen neben den Beförderungsvermerken vor allem auch die Brief- und Karteninhalte im Zentrum des Interesses. Der Aufbau eines Zentrums für Alltagsbriefe im Museum für Kommunikation Berlin spiegelt sich in den Ausstellungen „Überlebenszeichen. Feldpostbriefe des Zweiten Weltkrieges“ im Jahr 2005 und „Post von drüben. Deutsch-deutsche Briefwechsel“ im Jahr 2006 wider. Kriegsgefangenenpost, Liebesbriefe und Kinder- und Jugendbriefe sowie Freundschaftsbriefe stellen vor diesem Hintergrund weitere Sammlungsschwerpunkte dar. Die gesammelten Feldpostbriefe sind innerhalb aller Sammlungsbereiche der am meisten nachgefragte Sammlungsbestand des Berliner Museums für Kommunikation.

Die Feldpostbriefsammlung des Museums für Kommunikation Berlin besteht hauptsächlich aus Nachlassdokumenten, die von Angehörigen, Freunden oder Bekannten der schreibenden Soldaten bzw. noch von den Schreibern selbst an das Museum abgegeben worden sind. Meist geschah und geschieht dies, um zu verhindern, dass die Dokumente in späterer Zeit, wie oft und wohl nicht unbegründet befürchtet wird, vergessen oder – schlimmer noch – vernichtet werden.

Sehr viel seltener kommt es vor, dass Briefe ins Archiv gelangen, die von Flohmärkten oder aus Haushaltsauflösungen stammen und deren Hintergrund anonym bleibt. Die Chance, in der Feldpostsammlung des Museums für Kommunikation Berlin nicht zugestellte oder verloren gegangene Briefe von Angehörigen zu finden, ist dementsprechend sehr, sehr gering.