Feldpost aus dem 18. und 19. Jahrhundert

In unserer Online-Sammlung stehen Ihnen rund 100 aussagekräftige Feldpostbriefe aus dem 18. und 19. Jahrhundert als Auswahl aus unseren umfangreichen Briefbeständen zur Verfügung.

Wenn Sie an weitergehender Recherche interessiert sind, können Sie uns nach vorheriger Anmeldung in unserem Berliner Zentraldepot besuchen und vor Ort die Sammlungen sichten. Einen Überblick über den Gesamtbestand erhalten Sie in unserem Bestandskatalog.

 

 

Die Bedeutung von früher Feldpost

Bis ins 18 Jahrhundert wurden über die Feldpost lediglich dienstliche Nachrichten übermittelt. Die militärische Leitungsebene tauschte sich so über notwendige Maßnahmen, bevorstehende Aktionen oder aufgetretene Missstände aus. Privates oder Persönliches fand in diesen meist kurzen Meldungen selten seinen Platz. Im 18. Jahrhundert, namentlich während des Siebenjährigen Krieges, manifestierte sich in Preußen eine große Dringlichkeit von gut ausgebauten Feldpost-Strukturen, die in der Folge auch von Frontsoldaten in Anspruch genommen wurden. Die "Kriegspost" hatte sich spätestens Mitte des 19. Jahrhundert zur "Feldpost", wie wir sie heute verstehen, mit der sich Soldaten untereinander oder mit ihren Lieben zuhause über den Krieg aber ebenso Alltägliches austauschten, gewandelt. Vom Organisator der modernen Feldpost in Deutschland, Generalpostdirektor Heinrich Stephan, ist die Aussage überliefert, dass die drei Hauptbedürfnisse des Soldaten im Kriege „Pulver, Brot und Briefe“ seien. Für die erfolgreiche Arbeit der Institution Feldpost im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71, die über 100 Millionen Briefsendungen transportierte, erfuhr Stephan vom Kaiser Wilhelm I. und in der Öffentlichkeit nach Kriegsende viel Lob.

 

Das lange 19. Jahrhundert

Unsere Auswahl an Feldpost aus dem 18. und 19. Jahrhundert umfasst mehrere Kriege, aus denen Sie Briefe entdecken und lesen können. Manche Historiker bezeichnen die Zeit zwischen der Französischen Revolution 1789 und dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 als „langes 19. Jahrhundert“. Denn etliche Prozesse auf dem Weg in die Moderne verleihen der Epoche eine gewisse Kontinuität, die sich über die Jahrhundertwechsel fortsetzt: beispielsweise Säkularisierung, Demokratisierung oder europäische Nationenbildung. Gerade Letzteres spiegelt sich in den sogenannten deutschen Einigungskriegen von 1864 bis 1871 deutlich wider. Daher nehmen diese in der Sammlung auch einen großen Stellenwert ein.

Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, vereinzelt Feldpost von noch weiter zurückliegenden Fronten, wie dem Dreißigjährigen Krieg von 1618-1648 in Augenschein zu nehmen. Im Zuge der weiteren Digitalisierung unserer Bestände werden wir Ihnen auch die ältesten überlieferten Briefe unserer Sammlung zugänglich machen.